Reform der Drogenpolitik in Tschechien ab 2026
Tschechien hat Anfang Juli 2025 eine bedeutende Reform der Drogenpolitik beschlossen, die ab 2026 in Kraft treten soll. Hier die wichtigsten Punkte:
Cannabis
- Der Eigenanbau von bis zu drei Cannabispflanzen ist künftig legal.
- Zu Hause dürfen Privatpersonen bis zu 100g Cannabis besitzen, in der Öffentlichkeit 25g.
- Der Anbau von vier bis fünf Pflanzen gilt als Ordnungswidrigkeit, mehr als fünf Pflanzen bleiben strafbar.
- Kommerzieller Handel bleibt weiterhin verboten.
- Die Gesetzesänderung unterscheidet erstmals klar zwischen Eigenbedarf und Verkaufsabsicht: Wer größere Mengen besitzt, wird nicht mehr automatisch als Dealer bestraft.
- Ziel ist, Eigenanbau und Konsum zu entkriminalisieren. Ein komplett regulierter Markt wie bei Alkohol ist noch nicht umgesetzt, aber in Diskussion.
Psilocybinhaltige Pilze (Zauberpilze)
- Die medizinische Nutzung von Psilocybin wird künftig zugelassen.
- Praktische Anwendung ist erst nach Ausarbeitung entsprechender Standards und Zulassung durch die tschechische Arzneimittelbehörde möglich.
Export von medizinischem Cannabis
Tschechien produziert jährlich über 4,6 Tonnen medizinisches Cannabis, von denen etwa 95% exportiert werden – vor allem nach Deutschland.
Stimmen aus der Fachwelt
Experten begrüßen die Reform als wichtigen Schritt weg von der Kriminalisierung, sehen aber weiterhin Verbesserungspotenzial – vor allem bei der Regulierung des Markts anstelle eines totalen Schwarzmarkts.
Die Änderungen markieren einen liberaleren Kurs in der tschechischen Drogenpolitik, wobei die Diskussion über eine weitere Regulierung weitergeht.
Quelle: https://deutsch.radio.cz/tschechien-auf-dem-weg-zu-neuer-drogenpolitik-lockerungen-fuer-cannabis-und-8857064 </