Ich habe gerade ein Video mit dem breeder Basement Chuckers gesehen, da redet er davon, dass er Aminosäuren von Siapton sowie Kaliumhumat verwendet.
Denkt Ihr an Aminosäuren, verwendet Ihr da was, wofür ist das gut (bzw. verbessert es wirklich den Geschmack)?
Ich persönlich habe mal mit Zuckerrübensaft herumexperimentiert ...
Also, mich interessiert, was Ihr zum Thema Aminosäuren und Cannabis drauf habt.
Ob so ein Produkt wirklich viel bringt und in welchen Fällen es vielleicht sinnvoll sein kann, kann ich im Einzelfall nicht sicher sagen.
Grundsätzlich wirken viele Produkte im Cannabis-Bereich auf mich aber eher wie überteuertes Marketing als wie etwas, das man wirklich braucht. Das heißt nicht automatisch, dass sie gar nichts bringen. Gerade Aminosäuren können unter bestimmten Bedingungen schon irgendwie helfen, zum Beispiel wenn Pflanzen Stress haben. Die entscheidende Frage ist aber, ob ein normaler Hobbygrower so etwas überhaupt braucht. Und da würde ich ganz klar sagen: in den meisten Fällen eher nicht.
Für mich ist das ein typisches Beispiel dafür, wie aus etwas, das vielleicht einen gewissen Nutzen haben kann, ein teures Premiumprodukt mit großen Werbeversprechen gemacht wird. Es werden winzige Mengen zu extrem hohen Preisen verkauft, mit aufwendig klingenden Beschreibungen und vielen Fachbegriffen, damit es so wirkt, als würde ohne so ein Produkt der ganze Grow nicht richtig laufen.
Das erinnert mich ein bisschen an den Beauty-Bereich: irgendeine Creme kostet plötzlich 300 Euro, verspricht Wunder, Influencer machen Werbung dafür und am Ende zahlt der Kunde vor allem Marketing, Verpackung und hat das Gefühl etwas Besonderes gekauft zu haben.
Bei manchen Cannabis Produkten sehe ich das so ähnlich. Aminosäuren sind kein Wundermittel. Die Pflanze ist nicht automatisch besser versorgt, nur weil irgendwo "Amino", "Booster" oder "Strength" draufsteht. Wenn die Grundlagen stimmen, also gute Erde, passende Nährstoffe, vernünftiges Gießen und ordentliche Bedingungen, dann braucht man solche Zusätze als Hobbygrower normalerweise nicht.
Ich denke, dass man mit einer soliden Basis schon alles ziemlich gut abdeckt. Gute Erde mit Langzeitdünger und Mineralstoffen beziehungsweise Mikronährstoffen bringt von Haus aus schon den größten Teil mit. Wenn man dann in der Wachstumsphase etwas stickstoffbetonter düngt und in der Blüte eher auf Phosphor und Kalium achtet, ist man in der Praxis meistens schon völlig ausreichend versorgt.
Vernünftige Erde, ein sinnvoller Langzeitdünger für die Wachstumsphase, dazu je nach Bedarf etwas für die Mikronährstoffe wie Urgesteinsmehl oder Dolomitkalk, und in der Blüte eine angepasste Versorgung mit Phosphor und Kalium. Damit ist ein normaler Hobbygrow im Normalfall gut gedeckt und die Pflanzen sind gesund und haben alles was sie benötigen.
Dafür braucht man keine überteuerten Spezialprodukte, die nur deshalb teuer sind, weil "Cannabis" draufsteht. Viele dieser Mittel sind aus meiner Sicht vor allem gut vermarktete Nischenprodukte. Wer sich ein bisschen mit den Grundlagen beschäftigt, bekommt oft mit einfachen und deutlich günstigeren Standardprodukten das gleiche Ergebnis, ohne sich von teuren Labels blenden zu lassen.
Am Ende sind für gute Ergebnisse nicht die teuren Aminosäure-Booster entscheidend, sondern die wichtigen Grundlagen. Für Profis oder in ganz speziellen Situationen mag das anders aussehen. Für den normalen Hobbygrower sind solche Produkte meiner Meinung nach aber in erster Linie unnötig und eher Luxus als wirklich notwendig.
Man muss für einen guten Grow nicht Unmengen an Geld ausgeben. Die Basics machen am Ende etwa 95 Prozent aus und für die letzten 5 Prozent kann man zwar noch teure Spezialprodukte kaufen, nötig ist das für normale Hobbygrower aber nicht. Gerade als Anfänger sollte ein Grow meiner Meinung nach eher simpel und kostengünstig bleiben.
Mit zusätzlichen Produkten kann man sich auch leicht neue Fehlerquellen in den Grow holen. Wenn die Pflanze schon gut versorgt ist, bringen weitere Dünger oder Zusätze meist wenig und können bei falscher oder unnötiger Anwendung sogar eher Probleme verursachen. Mehr ist nicht automatisch besser. Damit diese Mittel überhaupt sinnvoll sind, müssen sie gezielt und korrekt eingesetzt werden.
Mir bekannt sind zwei Anwendungen von Aminosäuren. Beides mal ist es das Sprühen einer Buttermilch/Wasser Mischung auf die Blätter
1. Einsatz eines Buttermilch/Wasser gegen Mehltau
2. Fütterung von carnivoren Pflanzen, diese können Buttermilch/ fettarme Milch verstoffwechseln.
Ich hab momentan andere Probleme, aber Buttermilch als Rhizomstarter steht noch auf meiner Experimentliste.
Wenn die Grundlagen passen.