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Plädoyer für torfhaltige Erde (und ihre Wiederverwendung)

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Arakyr
(@arakyr)
Harzsammler
Beigetreten: vor 12 Monaten
Beiträge: 380
 

@eigenbedarf 

Das kann ich nicht bestätigen. Wenn man Torf aus dem Moor holt, setzt man ihn Sauerstoff aus, wodurch aerobe Bakterien ihre Arbeit aufnehmen können und den Zerfall beschleunigen.

Er zerfällt also schneller.

Immer noch sehr langsam, aber schneller als im Moor, wo er durch die Wassersättigung größtenteils von Sauerstoff abgeschieden ist.



   
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Eigenbedarf
(@eigenbedarf)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 2 Jahren
Beiträge: 417
Themenstarter  

@arakyr Ich kann nur sagen, bei mir ruht die getrocknete, torfhaltige Erde die Hälfte des Jahres, und da findet keine erkennbare Zersetzung statt. Und wenn die Erde im Topf ist, wird sie natürlich auch gegossen und ist somit feucht.



   
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Arakyr
(@arakyr)
Harzsammler
Beigetreten: vor 12 Monaten
Beiträge: 380
 

@eigenbedarf 

Bei getrockneter Ware findet selten Zersetzung statt, sondern im feuchten Zustand. 

Das Mikrobiom des Bodens / der Pflanze zersetzt den Boden über die Zeit. Wie viele Durchgänge hast du denn damit schon gemacht?



   
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Eigenbedarf
(@eigenbedarf)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 2 Jahren
Beiträge: 417
Themenstarter  

@arakyr Mit der aktuellen Erde etwa drei Saisonen. Ganz ehrlich, hast Du schon mal "zersetzte Erde" gesehen? In der freien Natur verwittert die Erde ja auch nicht, sondern sie erodiert höchstens.

Also, was Du da über Zersetzung mit und ohne Wasser aussagst: Eine Oxidation bzw. kann natürlich auch unter Wasser stattfinden, das ja aus Wasser- und Sauerstoff besteht.


Dieser Beitrag wurde geändert vor 3 Monaten 2 mal von Eigenbedarf

   
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Eigenbedarf
(@eigenbedarf)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 2 Jahren
Beiträge: 417
Themenstarter  

Ich habe jetzt realisiert dass "living soil" ja in dieselbe Richtung geht. Also nicht in Bezug auf die Verwendung oder Vermeidung von Torf, sondern die Idee dass man Erde nicht nach einem Jahr wegschmeißt sondern sie pflegt und wiederverwendet.



   
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KloMeister123
(@klomeister123)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 1 Jahr
Beiträge: 476
 

Ich glaube genormt ist "Living Soil" nicht, aber ich denke es geht hauptsächlich darum auf chemische Zusätze und Pestizide vollständig zu verzichten.

Idealerweise mischt man sich eine Erde zusammen, die für den gesamten Zyklus der Pflanze ausreichend Nährstoffe enthält.

Oft kombiniert man verschiedene Komponenten wie:

  • Normale Erde (entweder mit Torf oder Torffrei oder direkt aus dem Garten)
  • Kompost / Wurmhumus
  • Kokosfaser
  • Sand / Perlit
  • Mineralien wie Dolomitkalk oder Urgesteinsmehl
  • Organische Dünger wie Mist, Hornmehl, Fischmehl
  • Mykorrhizapilze (Sporen des Pilzes, der symbiotisch mit den Wurzeln ist)
  • Oft auch präventiv direkt Nematoden
  • Gerne wird auch noch Weißklee mit reingesäht, weil er Stickstoff aus der Luft bindet und über die Wurzeln für die andern Pflanzen (in dem Fall Cannabis) verfügbar macht

 

Idealerweise nutzt man dann auch einen etwas größeren Topf, >20 Liter sollten es sein.

Am Ende profitiert man von dem großen Vorteil, dass die Pflanze ohne Düngen bis zur Ernte gegrowt werden kann und man sich die Mikroorganismen nicht durch Zugabe von scharfen Düngern zerstört.

Durch erneutes Anreichern von Mineralstoffen, kann man die Erde dann auch für eine nachfolgenden Grow wiederverwenden.

 

Vorteile:

  • Umweltfreundlich
  • Wenig Arbeit während des Grows, kein Düngen erforderlich
  • Wenig Risiko von Nährstoffmängeln im Grow

 

Als Nachteile würde ich die folgenden sehen:

  • Der Preis zur Herstellung dieser Erde ist hoch, auch fertige Mischungen kosten entsprechend
  • In der Blütephase erreicht man nicht die hohen Verhältnisse von Phosphor und Kalium, die für eine optimale Blütebildung ideal sind
  • Größere Töpfe notwendig

 

Am Ende muss jeder Grower selber entscheiden was er gut findet.

Manche Grower möchten Substrate mit möglichst wenig Nährstoffen und strikt nach einem Düngeplan arbeiten. Sie legen wert darauf, dass die Pflanze in jeder Phase die optimale Nährstoffversorgung bekommt. Das ist allerdings nur Theorie, weil kein Düngeplan weiß genau was die Pflanze wirklich in der Praxis benötigt.

Für Leute, die es möglichst stressfrei haben wollen, umweltfreundlich anbauen möchten und weniger Risiken eingehen wollen, für die ist Living Soil gut geeignet. Pflanze eintopfen, ab und zu gießen, ernten.


Dieser Beitrag wurde geändert vor 3 Wochen 3 mal von KloMeister123

   
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Eigenbedarf
(@eigenbedarf)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 2 Jahren
Beiträge: 417
Themenstarter  

@KloMeister123 Das ist eine sehr gute Beschreibung der living soil-Idee.

Ich finde es nur schade, dass z. B. bei den Themen Nematoden und Mykorrhiza mir null Evidenz bekannt ist. Also z. B. ein Experiment dass Mykorrhiza z. B. 5% mehr Wurzelmasse bringt. Das ist im Grunde alles bro science.



   
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Arakyr
(@arakyr)
Harzsammler
Beigetreten: vor 12 Monaten
Beiträge: 380
 

Zumindest was Mykorrizha angeht sollte das Thema in anderen Bereichen ausreichend erörtert sein

Bäume zum Beispiel.

https://www.pilzfinder.de/symbiose.html

Pilze können sich viel schneller und weiter ausbreiten als Wurzeln und erschliessen dadurch viel verzweigtere Nährstoffbereiche im Substrat, die sie dann mit Wurzeln teilen.

 

Bei Living Soil wird das Nährstoffangebot immer gleich gehalten und die Grundidee dahinter ist, dass die Pflanze über eigene biochemische Prozesse, gemeinsam mit Bakterien und Pilzen des Nährbodens, die Nährstoffaufnahme steuert.



   
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