OK, das Thema ist im Herbst jetzt vielleicht nicht besonders aktuell aber ... der nächste Frühling kommt bestimmt.
Ich bin mittlerweile etwas genervt vom Stand der Debatte um die Schädlichkeit von torfhaltiger Erde. In meiner bescheidenen Erfahrung ist Torf unerreicht fluffig und kann gut das Wasser speichern, und diese Eigenschaften verliert er auch nicht. In der Regel hatte er diese Speicherfähigkeit ja auch schon über viele Jahrzehnte und Jahrhunderte, da machen drei Jahre im Blumentopf jetzt auch keinen großen Unterschied. Ich baue auf dem Balkon an, und verwende meine torfhaltige Gartenerde seit einigen Jahren wieder. Nach der Ernte trockne ich diese in einer großen, nach oben offenen Tüte über ein paar Wochen (immer mal wieder aufschütteln), und in so einem Müllbeutel o. ä. verschnürt wird sie dann über den Winter gelagert.
Das ist weniger Arbeit als die Alterde zur Biotonne zu karren, und im Frühjahr dann wieder die Säcke vom Baumarkt heranzukarren.
Bisher habe ich bei dieser Alterde den Dünger über das Gießwasser zugegeben, im kommenden Jahr werde ich die Alterde mit einem Festdünger vordüngen.
Was ich aber nicht verstehe ist, wieso es ökologischer sein soll, jedes Jahr torffreie Erde heranzuschaffen (in 95% aller Fälle vermutlich mit der Familienkutsche aus dem Baumarkt, oder gleich den Biobizz Light Mix aus dem growshop, der bei mir aber leider nicht um die Ecke liegt) um sie dann im Herbst komplett weg zu schmeißen. Und wieso ist es andererseits tabu, torfhaltige Erde zu kaufen und zu verwenden, wenn sie schlicht das bessere Substrat ist.
Ja, Moore sind einzigartige Lebensräume und brauchen Jahrhunderte um zu entstehen. Und sie können das ganze CO2 speichern, das bei diesen sinnlosen Fahrten zum Gartencenter entsteht. In Deutschland hat man die Moore über Jahrhunderte abgebaut (entwässert) und freut sich über die gewonnenen Nutzflächen, auf der übrigens auch ein wunderschöner wilder Wald entstehen kann. Es gibt aber, z. B. in den baltischen Staaten, noch riesige Moorgebiete, und dort sind diese Moore nicht nur Anlass zur Freude, denn Moore sind halt wirklich nur Ökotope.
Ich persönlich, in meiner bescheidenen Erfahrung, halte torfhaltige Erde einerseits schlicht für besser als torffreie, und andererseits halte ich die ökologische Schädlichkeit von Torf für stark übertrieben. Ich bin genervt, wenn man den Torf zum Buhmann macht.