Mehltau in der mittleren Blütephase ist ein ernstes Problem, da viele gängige Fungizide nicht mehr eingesetzt werden können, ohne Rückstände in den Blüten zu hinterlassen. In dieser Phase ist es wichtig, sofort zu handeln, um die Ausbreitung zu stoppen und die Budqualität zu retten.
Echter Mehltau zeigt sich meist als weißer Puder auf der Blattoberseite, während falscher Mehltau gelbliche Flecken auf der Oberseite und einen grauen Belag auf der Unterseite verursacht. Die Unterscheidung ist wichtig, da falscher Mehltau oft noch schwerer zu bekämpfen ist und bei zu hoher Luftfeuchtigkeit in Kombination mit kühlen Temperaturen auftritt.
Zuerst sollten alle stark befallenen Blätter und Buds vorsichtig entfernt und außerhalb des Growraums entsorgt werden. Danach gilt es, die Luftfeuchtigkeit konsequent zu senken – ideal sind unter 45–50 % relative Feuchte, besonders während der Dunkelphase. Auch eine leicht erhöhte Temperatur von 25–27 °C am Tag kann die Ausbreitung hemmen. Die Dunkelphase sollte kühl und trocken gehalten werden.
Für die Behandlung in der Blüte eignen sich nur schonende Methoden, um Rückstände zu vermeiden. Möglich sind beispielsweise eine Milch-Wasser-Mischung im Verhältnis 1:9 oder eine 0,5–1%ige Kaliumbicarbonatlösung, die nur auf befallene Blätter und nicht direkt auf die Buds gesprüht wird. Ölhaltige Mittel wie Neem- oder Rapsöl sind in der Blütephase nicht empfehlenswert, da sie Geschmack und Verbrennung beeinträchtigen. Auch der gezielte Einsatz von UV-C- oder UV-B-Licht kann das Pilzwachstum hemmen, sollte jedoch nur vorsichtig und kurz erfolgen, um die Pflanzen nicht zu stressen.
Falls der Befall trotz Maßnahmen schnell fortschreitet, kann eine vorgezogene Ernte besser sein, um zu verhindern, dass Buds von innen verschimmeln. Nach der Ernte ist ein Budwashing – beispielsweise mit Wasser, etwas Natron und Zitronensäure, gefolgt von klarem Wasser – sinnvoll, um oberflächlichen Mehltau zu entfernen.
Für die nächste Anbaurunde ist Vorbeugung entscheidend: Der Growraum sollte gründlich gereinigt und desinfiziert werden, zum Beispiel mit Wasserstoffperoxid, Alkohol oder einem Schwefelverdampfer. Während der gesamten Blüte sollte die Luftfeuchte niedrig gehalten und für gute Luftzirkulation gesorgt werden. Pflanzen dürfen nicht zu dicht stehen, und der Anbau resistenterer Sorten kann das Risiko zusätzlich senken.