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Dünger selbst Mischen

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Arakyr
(@arakyr)
Harzsammler
Beigetreten: vor 8 Monaten
Beiträge: 328
Themenstarter  

Warum mischen eigentlich so wenige Leute selbst ihren Dünger?

Klar, ich müsste viele Düngerrezepte ausprobieren, um eine gute Versorgung zu haben, aber ich würde z.B. Stickstoff über Hornspäne zugeben und müsste mich dann "nur" noch mineralisch um die Phosphor/Kalium Mischung kümmern. 

In Hydrokultur würden diverse Mikronährstoffe fehlen, aber auf Erde könnte das Mischen recht einfach sein oder?

Ich habe vor Allem Superphosphat und Patentkali im Blick

Edit: Ammoniumnitrat wäre ebenfalls erhätlich



   
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KloMeister123
(@klomeister123)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 10 Monaten
Beiträge: 414
 

Einschätzung zum selber Mischen:

Komplett mineralischen Dünger selber aus den einzelnen Zutaten zu mischen, lohnt sich meiner Meinung nach nicht.

Ein Sack Blaukorn Universaldünger (25kg) kostet etwa 30€ und würde vermutlich für 5000 Grows reichen. Da lohnt sich der Aufwand nicht. Es wäre aber auch nicht unbedingt der ideale Dünger für alle Phasen, dafür aber ein guter Allrounder der extrem günstig ist (kommt auf die Ansprüche an).

 

Persönliches Vorgehensweise beim Düngen:

Ich bin kein Fan davon direkt schon mit mineralischem Dünger zu starten. Gerade zu Beginn, benötigt die Pflanze ja sowieso nur wenig Nährstoffe und die ersten 6 Wochen kann man problemlos mit organischem Dünger überbrücken. So hält man sich das Bodenleben, die Pilze etc. lange am Leben. Ebenfalls geht man weniger Risiko ein, sich das Substrat zu versalzen.

Mineralisch Düngen beginnt bei mir ab der 2 Blütewoche, aber hauptsächlich, weil ich in kleinen Töpfen growe und organischer Dünger dann an seine Grenzen kommt. Wenn ich in >15 Liter growen würde, dann würde ich wohl komplett auf mineralischen Dünger verzichten.

Durch den Langzeiteffekt und die langsame Freisetzung der Nährstoffe, eignet sich organischer Dünger super, um sich seine Erde damit im Vorfeld vorzubereiten. Die Nährstoffe werden erst nach einigen Tagen freigesetzt und sind kontinuierlich über mehrere Wochen verfügbar. Das spart auch Aufwand und verringert Fehler.

Etwas Hornspäne, bisschen Urgesteinsmehl und ggf. etwas Guano / Hühnermist in das untere Drittel des Blumentopfes in die Erde einmischen und man hat locker 5 Wochen Ruhe. Später kann man dann noch mal mit relativ hoch verdünnter Brenesseljauche (1:20) gießen und dann passt das bis zur Blüte. In der Blüte nutze ich dann Dünger mit vorwiegend Kalium und Phosphor (mineralisch) über das Gieswasser. Das gieße ich dann etwa alle 6 Tage. Da ich nicht so viel Dünger benötige, kaufe ich dann einfach einen fertigen Blumen / Blütedunger. Die ~10€ sind es mir Wert und die Menge reicht für etwa 15 Pflanzen. Man kann natürlich auch überteuerte spezielle Hanfblütendünger für den 3 Fachen Preis kaufen, ob die besser sind, weiß ich allerdings nicht. Ich achte auf die NPK Verhältnisse und etwas in der Richtung 3-5-5, 3-5-6, 3-6-5 etc. passt dann für mich. Hauptsache Stickstoff ist etwa 50 Prozent geringer dosiert als Phosphor und Kalium. Zu genau sollte man es da nicht nehmen.

Bisher hat sich die Strategie immer bewährt und durch das erst späte Starten mit mineralischem Dünger, ist eine zu starke Versalzung der Erde deutlich verringert. Außerdem hat man wirklich wenig Aufwand.

Alle 2 Tage irgendeine Düngermischung speziell abgestimmt auf den Fortschritt der Pflanze aus mehreren Komponenten zu mixen, dann noch pH-Wert messen, EC-Wert und ggf. korrigieren, wäre mir zu aufwändig. Mit dem richtigen Gefühl und einer eher vorsichtigen Düngung + die Strategie mit dem organischem Dünger für die ersten 6 Wochen, braucht man das nicht. Das alles aus dem Ruder läuft, ist unwahrscheinlich, weil man mit diesem Verfahren nur ungefähr 4 Wochen mineralisch düngt (nämlich etwa von Blütewoche 2-6). Die letzte Woche wird nicht mehr gedüngt, damit die Salze in der Pflanze umgewandelt werden.

 

Theorie (Anfänger) vs Praxis (Experte):

Es mag sein, dass wenn man absoluter Experte ist, dass man mit perfekt abgestimmter mineralischer Düngung mehr herausholen kann. Häufig sehe ich aber das Gegenteil. Dieses Feingefühl für die richtige Dosierung, abgestimmt auf die Genetik, die Lichtmenge, das Wasser etc., haben die wenigsten. Das mag in professionellen Einrichtungen, die Medizinalhanf growen und schon 10 Runs mit Stecklingen der gleichen Mutterpflanze gemacht haben, so sein. Die haben Referenzen, gleiche Bedingungen und können mit Versuchen immer weiter optimieren.

Ein Privatgrower hat so viele Unbekannte und die Verwendung von Samen (die unterschiedliche Genetik haben), macht es nicht leichter. Als Beginner wird man bei nur mineralischer Düngung sehr wahrscheinlich Fehler machen und vermutlich auch mindestens 3 Grows benötigen, um einigermaßen das Gefühl dafür zu entwickeln. Erfahrungen mit Überdüngungen oder Versalzung im Substrat gehören sehr sicher dazu.

Deswegen sage ich, organischer Dünger ist für Anfänger leichter. Der verzieht viele Fehler. Versalzung ist unwahrscheinlich und Überdüngung ist vergleichsweise auch schwerer. Mineralisch Düngen empfehle ich nur bei kleinen Töpfen (wenn es notwendig wird) oder bei kritischen Mängeln, wo die Nährstoffe zügig zur Verfügung stehen müssen.

CalMag zähle ich zu den Mikronährstoffen, dass ist nochmal eine andere Geschichte und von mir hier nicht weiter erwähnt. CalMag würde ich aber auch Anfängern mit starken LED-Lampen frühzeitig empfehlen (weil es notwendig ist).

 

Für mich hat sich daraus folgendes Fazit ergeben:

Es gibt Dinge, die können theoretisch besser sein (mineralischer Dünger), aber ohne langjähriger Praxis und gleichbleibenden Bedingungen, sind sie für Anfänger eher schlechter. Es passieren Fehler, die bei organischem Dünger nicht passieren. Das heißt sehr wahrscheinlich, dass ein Anfänger mit organischem Dünger ein besseres Ergebnis erzielt.

Dennoch wird man durch Fehler und Erfahrungen besser und wer sich mineralische Düngung oder gar Hydrokultur zutraut, soll diese machen. Keiner kommt erfahren auf die Welt. Wer es aber leicht möchte, setzt auf die weiter oben beschriebene (hauptsächlich oder vollständig) organische Methode.


Dieser Beitrag wurde geändert vor 3 Wochen 5 mal von KloMeister123

   
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Arakyr
(@arakyr)
Harzsammler
Beigetreten: vor 8 Monaten
Beiträge: 328
Themenstarter  

@klomeister123 

 

Damit hast du das gesamte Thema Düngen gut zusammen gefasst. Für Erde bietet sich dein Vorgehen, zu Anfang organisch zu düngen und später bei Bedarf mineralischen Blütedünger hinzuzugeben an um Arbeit und Fehler zu minimieren.

Über das Thema Blaukorn musste ich einen Moment nachdenken. Die Gefahr einer Auswaschung ins Grundwasser ist bei einem Indoorgrow zumindest nicht gegeben. Outdoor sollte man wohl höchst sparsam damit umgehen. 

 

Ich überlege, einen kleinen DWC Grow zu unternehmen und bin daher auf die oben erwähnten Rohstoffe gekommen. Auch hier macht es dann wohl mehr Sinn, einen Fertigdünger zu nehmen, statt Kiloweise Rohstoffe. Das Patentkali allerdings könnte als Zuschlagstoff interessant sein.

 

Vielen Dank, das hilft mir deutlich weiter bei weiteren Überlegungen, was ich noch so ausprobieren kann. 

 

 



   
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KloMeister123
(@klomeister123)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 10 Monaten
Beiträge: 414
 

Alle mineralischen Dünger (auch die in Flüssigkeit gelösten) sind direkt im Garten angewandt nicht gut für Natur, Lebewesen und das Grundwasser - insbesondere in großer Menge angewandt.

Die Nennung von Blaukorn war ein Beispiel für einen mineralischen, ausgewogenen, günstigen und effizienten Universaldünger, um zu verdeutlichen, dass sich der Aufwand einen eigenen mineralischen Dünger herzustellen, eher nicht lohnt. Man bekommt riesige Mengen für sehr wenig Geld. Dazu könnte man sich noch einen P+K Dünger holen, um den Nährstoffbedarf auch ideal in der Blütephase decken zu können. Dann hätte man (theoretisch) alles für einen kompletten Grow (sofern es extrem günstig sein soll). Ich empfehle das allerdings nicht. Hier geht es um den wirtschaftlichen Aspekt (möglichst günstig und mineralisch) und nicht um eine Empfehlung.

 

Bei einer komplett eigen hergestellten Düngermischung aus einzelnen Zutaten, ist übrigens auch noch zu beachten, dass der pH-Wert passt, für Pflanzen geeignete Salze genutzt werden und der EC-Wert möglichst niedrig bleibt. Die Hersteller haben das bereits für Pflanzen optimiert. 

Ich würde das für nur 3 erlaubte Pflanzen nicht machen wollen. Wäre auch alles wieder ein Experiment, bei dem man viele Unsicherheiten hat.

Gerade wenn du DWC neu anfangen möchtest, ist es sinnvoll, möglichst wenig zusätzliche Risiken zu haben. Fertige Dünger mit bekannten Dosierangaben geben dir Sicherheit und Planbarkeit. Hat man zu viele Variablen, die man nicht kennt, dann treten zu viele Probleme auf, die man nicht auf Anhieb zuordnen und lösen kann. Ein langsames Rantasten an etwas Neues ist ratsam und wenn man dann weiß wie alles funktioniert, dann könnte man sicherlich später mal probieren eigene Dünger zu mischen und auszuprobieren.

 

Das mit dem Patentkali hört sich interessant an. Allerdings ist das offensichtlich keine CalMag Alternative, weil es aus Kalium (nicht Calcium) und Magnesium besteht. Ich weiß nicht in wie fern diese Mischung sinnvoll ist. Beziehungsweise wie man es sinnvoll kombinieren kann. Gerade die Blütedünger enthalten reichlich Kalium.

Ein konzentrierter CalMag Dünger als Alternative zu den überteuerten fertig CalMag Fertiglösungen einiger überteuerten Hersteller wäre toll. Dolomitkalk und Urgesteinsmehl bieten dies zwar, sind aber nur schwach konzentriert und werden vermutlich auch nur eher langsam verwertet.


Dieser Beitrag wurde geändert vor 3 Wochen 2 mal von KloMeister123

   
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Eigenbedarf
(@eigenbedarf)
Harzsammler
Beigetreten: vor 2 Jahren
Beiträge: 350
 

@klomeister123 Wieso sollten mineralische Dünger jetzt a priori schädlicher sein als organische? Bei beiden macht die Dosis das Gift! Bei organischem Überdüngen denke ich etwa an Bauern, die zu viel Odel auf die Felder kippen.



   
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KloMeister123
(@klomeister123)
Knospenmeister
Beigetreten: vor 10 Monaten
Beiträge: 414
 

Da mein biochemisches Wissen nicht so hoch ist, hier die Antwort von KI:

Organische Dünger liefern N, P und K überwiegend in gebundener Form und nicht als sofort lösliche Salze. Stickstoff liegt in Proteinen oder Aminosäuren vor, Phosphor meist in organischen Verbindungen und Kalium teilweise in pflanzlichen Strukturen. Diese Nährstoffe müssen erst mikrobiell freigesetzt werden, wodurch sie langsam und gleichmäßig in die Bodenlösung gelangen. Dadurch entstehen keine Salzspitzen, wie sie bei mineralischen Düngern auftreten, die fast ausschließlich aus sofort löslichen Ionen bestehen. Gleichzeitig puffert die organische Substanz den Boden und verhindert, dass Phosphor und Kalium in kurzer Zeit hohe Konzentrationen erreichen. Insgesamt wirken organische Dünger deshalb milder, weniger versalzungsintensiv und bodenschonender.

 

Es gibt durchaus auch organische Dünger, die aggressiver sind. Gülle gehört z.B. mit dazu. In Gülle ist viel Ammonium in Salzform. Daher wirkt es schnell und ähnlich aggressiv wie mineralische Dünger.

Natürlich versalzt man sich nicht automatisch das Substrat wenn man mineralische Dünger benutzt. Es geht aber deutlich schneller. Wenn man immer etwas zu viel mineralischen Dünger gibt, dann sammelt es sich unten im Topf an. Irgendwann gibt es dann die Nährstoffsperre und die Pflanze zeigt Mängel. Dann denken viele, die Pflanze hat einen Mangel und düngen noch mehr. Dann wird es sehr kritisch.

Bei milden organischen Düngern passiert das praktisch nicht. Es gibt eine Langzeitwirkung und man kann sich regelmäßiges Düngen sparen.

 

Ich persönlich bevorzuge daher den organischen Dünger (in Kombination mit Erde) solange man damit die Nährstoffe der Pflanze noch decken kann. Ist der Nährstoffbedarf zu hoch (z.B. wegen eines kleinen Topfes oder in der Blütephase) und kann nicht mehr organisch gedeckt werden, dann erst empfehle ich den mineralischen Dünger.

Natürlich kann das jeder machen wie er möchte. Mit dem richtigen Feingefühl, kann man auch dauerhaft mineralisch düngen. In meinen Texten habe ich daher "ich persönlich" geschrieben. Richtig oder Falsch gibt es auch hier nicht. Meine Empfehlung basiert auf einer möglichst anfängerfreundlichen Methode. Ebenfalls kann man sich mit entsprechend vorbereiteter organisch gedüngter Erde auch noch Zeit sparen.



   
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Arakyr
(@arakyr)
Harzsammler
Beigetreten: vor 8 Monaten
Beiträge: 328
Themenstarter  

Organischer Dünger hat gegenüber dem mineralischen Dünger den Vorteil, dass er Bodenlebewesen ernährt und somit die Nahrungskette unterstützt. 

Zumindest in freier Wildbahn.



   
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