Der Grow- und Blütedünger reicht absolut aus. Die anderen Präparate sind nicht notwendig und holen vielleicht die letzten 3% aus den Pflanzen heraus, dass aber auch nur, wenn sie richtig verwendet werden. Falsch dosiert, kann sich Dünger auch stark negativ auf die Pflanzen wirken.
Wurzelcomplex kann beim Umtopfen helfen, so dass die Wurzeln etwas angeregt werden und schneller in das neue Substrat wurzeln. Bei der Keimungsphase kann es auch sinnvoll sein. Brauchen tut man das nicht, jedoch erfüllt dieses Produkt möglicherweise noch einen Sinn.
Ansonsten halte ich CalMag (Calcium, Magnesium) noch beim Grow unter LED-Panels für sinnvoll. Ein CalMag Mangel tritt in der Regel hauptsächlich unter LED-Licht auf. Dies liegt daran, dass LEDs sehr wenig Infrarotlicht ausstrahlen und die Blätter dadurch weniger "transpirieren". Durch das Transpirieren verdunstet Wasser auf der Blattoberfläche und Nährstoffe werden durch diesen Prozess transportiert. Bei LED Beleuchtung wird dieses nicht erreicht, so dass zusätzlich CalMag notwendig wird um diesen Mangel zu kompensieren.
Alle anderen Produkte halte ich für nicht notwendig. Man könnte es auch als "Geldmacherei" betrachten. Natürlich freuen sich die Hersteller, wenn sie ihr Kombipaket verkaufen und die Leute glauben, es nütze etwas. Einiges davon könnte man vielleicht als eine Art "Placebo" bezeichnen. Für das Gewissen des Growers ist es vielleicht gut, aber der Pflanze nützt es nichts.
Es mag sein, dass das ein oder andere Produkt vielleicht unter gewissen Umständen etwas nützt, aber in der Regel liefert eine gute Erde alles andere ausreichend.
Für Outdoor mit Sonnenlicht reicht ein guter Grow- und Blütedünger mit der richtigen Nährstoffzusammensetzung vollkommen aus.
Essenziell und in größerer Menge sind folgende Nährstoffe für die Pflanzen wichtig (Makronährstoffe):
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
Stickstoff ist in der Wachstumsphase sehr wichtig, damit die Pflanze schnell wächst und effizient Blattwerk ausbildet. Phosphor und Kalium sind in dieser Phase nur in etwas geringer Menge notwendig, etwa 1/2 von dem Stickstoff. Also z.B: 50% Stickstoff, 25% Phosphor, 25% Kalium. Kommt nicht zu 100% drauf an aber der Stickstoff sollte deutlich dominant sein.
In der mittleren Blütephase hört das wesentliche Wachstum der Pflanze dann auf, jetzt ist Phosphor und Kalium relevant. Phosphor ist wichtig für die Blütenentwicklung, Terpenbildung und Harzproduktion. Kalium sorgt für einen optimalen Stoffwechsel. Die Dosierung in der mittleren Blütephase könnte z.B. wie folgt aussehen: 20% Stickstoff, 40% Phosphor, 40% Kalium. Auch hier ist es wieder ein Beispiel als Orientierung. Es kommt nicht zu 100% drauf an, aber Phosphor und Kalium sollten höher dosiert sein als der Stickstoff.
Andere Nährstoffe (Mikronährstoffe wie: Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan, Kupfer, Bor, Molybdän, Silizium) benötigt die Pflanze nur in Spurenelementen. In der Regel reichen die in der Erde vorhandenen Nährstoffe dafür aus oder kommen zusätzlich aus dem Gießwasser.
Wenn man nur mit Regenwasser gießt und einen sehr kleinen Blumentopf hat, könnten die Mikronährstoffe in der Spätphase ausgehen. Dann ist es sinnvoll mineralhaltiges Wasser wie Leitungswasser oder Mineralwasser zu geben. Alternativ kann man sein Regenwasser entsprechend mit Mineralstoffen anreichen. Dafür eignet sich zum Beispiel: Gesteinsmehl (guter Allrounder), Bittersalz (Magnesium) und Calciumnitrat (Calcium).
Ich denke, dass sollte als Zusammenfassung helfen. Du kannst gerne deine "Sonderprodukte" nutzen, aber notwendig ist es nicht. Entscheide es selbst.
Wichtig ist es, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Pflanzen aussehen und dann zu reagieren, wenn etwas auffällig wird. Einfach alles reinzukippen auf gut Glück, kann sicherlich genauso negativ oder sogar negativer sein als ein Mangel. Leichte Nährstoffdefizite auszugleichen ist leicht, aber hat die Pflanze eine erhebliche Überdüngung, dann wird sich das dauerhaft negativ auf die Pflanze auswirken.
Viel hilft nicht viel. Die Pflanze scheidet überflüssigen Dünger nicht aus, sondern er lagert sich als Salz im Substrat an und führt zu Nährstoffblockaden.
Oft denkt man bei Überdüngung es sei ein Mangel, weil eben die generelle Nährstoffaufnahme blockiert ist oder andere Nährstoffe miteinander konkurrieren. Zu viel von dem einen Nährstoff kann den anderen blockieren. Deswegen sollte man besser erst gar nicht in die Überdüngung kommen, denn hier richtig zu erkennen was falsch ist, erfordert erhebliches Wissen.
Bei einem großen Topf mit guter nährstoffreichen Erde, kompensiert die Erde so einiges. Da reicht oft auch 1/2 der vom Hersteller empfohlenen Düngermenge aus. In kleinen Töpfen ist das Düngen wichtiger, aber auch schwieriger, weil sich dort auch schneller Salz in hoher Konzentration anreichern kann.