Hallo zusammen,
ich bin 62 Jahre alt und leide seit Jahrzehnten unter chronischen Schmerzen und starken nervlichen Anspannungen. Zuletzt war ich auf Oxycodon angewiesen, was mir einigermaßen geholfen hat, wenigstens gegen meine Anspannungen. Da Oxycodon langfristig sehr gefährlich ist, bin ich auf Cannabis und seine heilsame Wirkung bei chronischen Schmerzen aufmerksam geworden.
Von einem Bekannten habe ich daraufhin seinen Vaporizer und Indica-dominantes Cannabis ausgeliehen bekommen. Bei meiner ersten Session habe ich viel zu viel konsumiert, wenngleich es auch am Ende positiv bei mir angeschlagen hat: Nach einer halben Stunde war ich völlig k.o., aber im negativen Sinn. Es war so, als wenn man dermaßen viel Alkohol getrunken hat, dass man kurz davor ist, sich zu übergeben. Alles hat sich gedreht und ich konnte nicht mehr geradeaus gehen. Ich ging ins Bett und schlief irgendwann ein, nachdem der Drehschwindel einigermaßen abgeklungen war. Als ich dann irgendwann in der Nacht aufgewacht bin, war ich komplett beschwerdefrei. Das war wirklich ein tolles Gefühl.
Daraufhin habe ich mit niedrigeren Dosen und Indica-Sorten experimentiert. Das Ergebnis: um eine einigermaßen entspannende Wirkung zu erreichen, muss ich so viel nehmen, dass ich immer erst diesen furchtbaren Drehschwindel bekomme. Nun frage ich mich, ob das eine normale Reaktion beim Cannabiskonsum ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand das wegen dieses Zustandes freiwillig macht. Wenn ich Oxycodon nehme, ist das ein herrlich entspannender Zustand, der ganz dezent über den gesamten Körper verteilt ist. Bei Cannabis hingegen scheint es mir zentral vom Kopf aus zu gehen. Dann kommt dieser Schwindel und irgendwann dann eine gewisse Entspannung, aber der Schwindel steht im Vordergrund.
Ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Meinung dazu sagen könntet. Vielen Dank im voraus!
Andreas
Grundsätzlich reagiert jeder Mensch etwas anders auf Cannabis.
Der eine reagiert eher negativ darauf mit z.B. starker Müdigkeit, Schwindel und empfindet es eher als "anstrengend". Eine andere Person hingegen macht es aktiv, gelassen und kreativ ohne negative Empfinden.
Bei den ersten "Experimenten" mit Cannabis kann es durchaus noch sein, dass der Körper noch nicht so richtig daran gewöhnt ist. Später steigen Toleranzen und gewisse Wirkungen auch Nebenwirkungen werden schwächer (Gewöhnung). Es kann also ggf. sein, dass die entspannende Wirkung bleibt aber der Schwindel durch zunehmende Gewöhnung mit der Zeit weniger wird.
Vielleicht musst du da (auch wenn es erstmal "nervig" ist) ein paar Tage / Wochen experimentieren und schauen wie es sich langfristig einpendelt.
Sollten Wirkung / Nebenswirkungsprofil auch dann nicht für dich passen, dann gibt es noch eine Möglichkeit auf CBD dominantes Cannabis umzusteigen.
THC ist der Wirkstoff in Cannabis, der hauptsächlich für der psychoaktive Komponente sorgt. Das führt bei einigen Personen auch zu Schwindel und einem eher anstrengend wirkenden Zustand.
CBD ist ebenfalls in (normalem) Cannabis enthalten, oft aber nur in einem sehr geringen Anteil (<1%). CBD sorgt häufig für die entspannte Komponente, hat auch schmerzlindernde Wirkung und ist vergleichsweise sehr nebenwirkungsarm.
Es gibt spezielle "High CBD" Sorten, die 10% oder mehr CBD enthalten, dafür aber nur wenig THC oder im Verhältnis von ~1:1.
Du könntest diese speziellen Sorten mit viel CBD und wenig THC oder Verhältnis ~1:1 beide mal ausprobieren.
Eventuell helfen diese speziellen Sorten ebenfalls bei deinen chronischen Schmerzen, die schwindelmachende Wirkung von THC fällt aber geringer aus oder entfällt gänzlich.
Ich weiß nicht genau woher du dein Cannabis beziehst, aber dein Arzt oder eine Apotheke kann dir sicherlich weiterhelfen diese "High CBD" Sorten zu beschaffen.
Ich kenne mich mit Shops und der Online Beschaffung nicht aus, ich habe jetzt nur Beispielsweise zwei Produkte herausgesucht, die in etwa dem entsprechen was ich oben genannt habe:
Das hier wäre eine Sorte mit 10% THC und 14% CBD:
https://flowzz.com/product/tikun-midnight-10-14
Diese hier hat 1% THC und 14% CBD:
https://flowzz.com/product/imc-1-14-hybrid-c01-god-bud
Normale Cannabissorten haben meistens etwa 20% THC und 0,1% CBD. Das ist schon ein großer Unterschied. CBD wirkt dem THC oft etwas entgegen. Es mindert die psychedelische Wirkung, entspannt mehr und auch Schwindel kann geringer ausfallen.
Deswegen denke ich, solltest du damit mal ein wenig experimentieren, bis du eine Sorte gefunden hast, die dir optimal bei deinen chronischem Schmerzen hilft ohne dabei starken Schwindel zu erzeugen.
Du darfst nicht vergessen, dass Cannabis eben auch psychisch wirkt.
Es gibt Sorten, die eher körperlich wirken Und solche die eher körperlich wirken
Eine Apotheke könnte dir helfen, die für dich richtige Sorte zu finden
Oxys sind hingegen ein pharmazeutisches Produkt, dass relativ genau auf den körper wirkt.
Habt vielen Dank für eure Tipps! Ich werde mal weiter experimentieren, denn viele Alternativen habe ich ja nicht. Die Idee mit dem CBD-dominanten Cannabis ist sehr gut, das werde ich auf jeden Fall testen.